Wandel in der Energiewirtschaft: Die Nutzung von erneuerbaren Energien

Die Energieversorger greifen vermehrt auf umweltfreundliche Alternativen zurück und auch Privathaushalte möchten zur nachhaltigen Nutzenergie beitragen. Wo liegen die Trends? Die wichtigsten Energiequellen auf einen Blick. 

Der Wandel zeigt sich überall: Neue Begriffe wie Wärmedämmverbundsystem, Ökostrom und Energieausweis geistern durch die Presse. Staatliche Förderung beim Bau von Photovoltaikanlagen, reger Einbau von neuen Heizsystemen wie Pelletheizungen bei Hausbesitzern und strickte Regelungen bei Sanierungsmaßnahmen älterer Immobilien sind Teil der neuen Nachhaltigkeitswelle.

Wie natürliche Ressourcen als Strom- und Wärmelieferant fungieren

Am Anfang stand die Nachricht, dass der CO2-Ausstoß gemindert werden muss. Auch die Knappheit von Öl und Gas leitete ein Umdenken ein.

  • Wie stehen wir ohne Atomkraft und Kohlewerke da?
  • Wie kann eine Gesellschaft Nutzenergie schaffen, ohne die fossilen Ressourcen auszuplündern und der Umwelt zu schaden?

Seit einigen Jahren stehen diese Fragen im Raum, aber die Wissenschaft ist nicht untätig geblieben. Im Gegenteil, die Entwicklung von neuen Techniken zur Energiegewinnung wird stetig vorangetrieben und hat schon viele praktische Lösungen zu Tage gebracht. Allen voran ist die Nutzung der Windenergie zu erwähnen. Zahlreiche Windparks säumen die Küsten und andere Landstriche. Die Kapazität der Windkraftanlagen ist groß und stellt die günstigste Variante der Energiegewinnung dar. Innerhalb von 10 Jahren stieg der Anteil an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland von 10,5 TWh im Jahre 2001 auf 46,5 TWh im Jahre 2011. Das sind knapp 6 Prozent mehr Windenergie-Anteil am Gesamtnetz.

Ebenfalls stark stellen sich die Entwicklungen der Photovoltaikanlagen und die Nutzung der Sonne dar. Im Jahre 2000 lag der Anteil der Sonnenenergie bei 0,064 TWh. 11 Jahre später, 2011, ist der Anteil auf 19 TWh gestiegen! Das ist dreihundertmal mehr als zehn Jahre zuvor. Privathaushalte haben hier mitgewirkt und Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern installiert. Dank der staatlichen Förderung dieser Anlagen konnte sich hier ein regelrechter Massentrend entwickeln. Seit März 2012 ist die sogenannte Einspeisevergütung aber auf einen niedrigeren Wert gesunken. Hausbesitzer, die ab diesem Monat in eine Photovoltaikanlage investieren, erhalten nun 20-30 Prozent weniger pro eingespeistes Kilowatt in das allgemeine Stromnetz. Biogas stellt eine weitere Quelle der Nutzenergie dar. Biogas fällt unter den Oberbegriff Bioenergie, wozu alle Energieträger gehören, die aus nachwachsenden Rohstoffen stammen, wie Raps, Holz und auch Abfälle. Biogas entsteht beim Abbau der verschiedenen Stoffe, welcher mittels Mikroorganismen in Gang gesetzt wird. Zu den Ausgangsstoffen gehören Gülle, Klärschlamm, Biomüll, Speise- und Pflanzenreste. Ein zwiespältiges Thema stellen die dafür verwendeten Pflanzen dar, die nur zum Zwecke des Endziels „Biogas“ angepflanzt werden. Beim Anbau und bei der Ernte fällt der Einsatz von Energie in Form von Wasser und Strom an und zudem sind landwirtschaftliche Großflächen davon betroffen.

Ein weniger kontroverses Thema betrifft die neuen Heizungsanlagen für Mietshäuser und Privatwohnungen. Auf dem Markt werden unterschiedliche Heizungssysteme angeboten, die nachhaltig und effizient sind. Dazu zählen Pelletheizungen, Wärmepumpen, Solaranlagen zur Wärmegewinnung für Wasser und Heizung, sowie Wärmetauscher. Welche Art der Heizung optimal ist, entscheidet der Einzelfall. Die Kalkulation von Nutzen und Gesamtgewinn solcher Anlagen enthält mehrere Faktoren, die individuell bemessen werden.

Wer umweltbewusst leben möchte, kommt an dem großen Thema der erneuerbaren Energien nicht mehr vorbei. Dabei weist der einzelne Beitrag der Menschen heute verschiedene Dimensionen auf: Angefangen vom Wechsel zum Ökostromanbieter bis hin zu Dorfinitiativen für Windparks ist alles vorhanden. Passivhäuser stellen dabei die Endstufe dar. Wer ein solches Haus besitzt, schottet sich mittels nachhaltiger Wärme- und Stromgewinnung komplett vom allgemeinen Energienetz ab.

 

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