In saubere Energie zu investieren ist nicht einfach

Selbst Investmentfonds hinterlassen einen Klima-Fußbadruck. Dieser muss aber, wenn der Anleger in ethisch-ökologische Fonds investiert, nicht kleiner als bei den konventionellen Fonds ausfallen. Eine Untersuchung hat ergeben, dass nicht jeder Fonds, der mit Investments in saubere Energie wirbt, tatsächlich auch die Spielregeln einhält. Es gibt gerade einmal einen Aktienfonds, der die Problembranchen meidet – es werden also Investitionen in Atomenergie, Gentechnik und auch in Waffen vermieden. Die Rede ist vom „ÖkoWorld ÖkoVision Classic C“-Fonds. Die Ergebnisse des Tests mit dem Namen „Saubere Geldanlage“, der von der „Verbraucherzentrale Bremen“ und „Stiftung Warentest“ durchgeführt wurde, zeigen eindrucksvoll, dass es die restlichen 45 Fonds nicht ganz so streng sind.

Windkraftenergie für Eigenheimbesitzer

Bild: Windkraftanlagen für zuhause gibt es in vielen Variationen. Horizontal, vertikal oder, wie hier, eine Windturbine. Bildquelle: Worldpics – 86844532 / Shutterstock.com

 

Ernüchternde Ergebnisse

Anleger, die in einen nachhaltigen Fonds investieren wollen, möchten sicher sein, dass ihr Vermögen ethisch und ökologisch vertretbar angelegt wird; Waffen, Kinderarbeit und Rüstungen sollen also keinesfalls die Bestandteile in einem „sauberen Fonds“ sein. Auch Derivate, wie Sie beispielsweise bei CMC Markets gehandelt werden, sollten vorher genau unter die Lupe genommen werden. Die Untersuchung der „Verbraucherzentrale Bremen“, die gemeinsam mit „Stiftung Warentest“ durchgeführt wurde, hat jedoch ergeben, dass „saubere Fonds“ nicht unbedingt sauber sein müssen. Im Zuge des Tests wurden 12 Renten- und 34 Aktienfonds überprüft. 39 der 44 Investmentfonds, die in Unternehmensanleihen oder -aktien investieren, schließen die Öl- und Kohleindustrie nicht aus. Acht Investmentfonds garantieren zudem auch nicht, dass kein Geld mit Investitionen in Panzer oder andere Kriegsgeräte verdient wird. Zudem haben sich fünf Fonds auch nicht gegen Kinderarbeit ausgesprochen. Des Weiteren lässt vor allem die Transparenz zu wünschen übrig: Gerade einmal 13 Fonds haben eine hohe Transparenz – rund 20 Fonds kommunizieren mangelhaft, wenn es um die die Nachhaltigkeit der Investitionen geht.

Welche Fonds können empfohlen werden?

Vor allem konzentrierten sich die „Verbraucherzentrale Bremen“ und „Stiftung Warentest“ auf den Klimaschutz. Dabei waren nicht nur die Bereiche „Energieeffizienz“ und „Erneuerbare Energien“ wichtig, sondern auch, dass in weiterer Folge auch Unternehmen ausgeschlossen werden, die sich in der klimaschädlichen Öl- und Kohleindustrie befinden würden. Das Ergebnis? Mangelhaft. „Allianz Global“ (Fondsgemeinschaft: Allianz GI), „LO Generation Global“ (Fondsgemeinschaft: Lombard Odier), „Danske Global“ (Fondsgemeinschaft: Danske) und „ING Sustainable Equity“ (Fondsgemeinschaft: ING) können gar nicht empfohlen werden, wenn Anleger in einen nachhaltigen Fonds investieren wollen. Empfehlenswert sind hingegen die Fonds „ÖkoWorld ÖkoVision Classic C“ (Fondsgemeinschaft: Ökoworld), „Triodos Sustainable Equity R“ (Fondsgemeinschaft: Triodos), „Steyler Fair und Nachhaltig Aktien R“ (Fondsgemeinschaft: Warburg) und „Kepler Ethik Aktienfonds“ (Fondsgemeinschaft: Kepler).

Das Fazit

Fakt ist, dass nachhaltige Fonds nicht automatisch nachhaltig sein müssen. Bei den untersuchten Fonds gab es natürlich große Unterschiede hinsichtlich der sogenannten Ausschlusskriterien. Viele Fonds berücksichtigen etwa nicht den Klimaschutz; zahlreiche Manager der ethisch-ökologischen Investmentfonds entscheiden sich noch immer für Ölkonzerne. Einen positiven Aspekt gab es aber dann doch noch: Firmen, die Streumunition und Antipersonenminen herstellen, werden von allen untersuchten Fonds ausgeschlossen.

Bildquelle: Worldpics – 86844532 / Shutterstock.com

Schreibe einen Kommentar